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FAQ - Häufig gestellte Fragen

Woher kommt der Name Knappschaft? Welchen Vorteil bietet das Verbundsystem?
Hier beantworten wir Ihnen 12 häufig gestellte Fragen rund um die Knappschaft

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FAQ




Wie alt ist die Knappschaft?


Die Knappschaft feiert im Jahr 2010 ihr 750-jähriges Jubiläum. Sie geht zurück auf die Gründung einer Bruderschaft von Bergleuten, die durch eine Urkunde des Hildesheimer Bischofs Johann I. von Brakel vom 28. Dezember 1260 belegt ist. Diese Bruderschaft ist der Ursprung der Knappschaft.



Wer hat die Knappschaft gegründet? Und warum?


Die erste urkundlich belegte Knappschaft (siehe Punkt 1) wurde von Bergleuten am Rammelsberg in Goslar gegründet. Sie ist entstanden aus den besonderen Gefahren im Bergbau und der daraus erwachsenen Notwendigkeit einer sozialen Absicherung der Bergleute und ihrer Hinterbliebenen.



Seit wann gibt es den Namen Knappschaft?


Die ersten Knappschaften hießen noch Bruderschaften. Neben der Aufgabe der sozialen Absicherung ihrer Mitglieder waren sie in erster Linie religiös motiviert, wie es der Zeit des Spätmittelalters entsprach. Der Name „Knappschaft“ entstand erst später. Im Jahr 1426 wird erstmals die Belegschaft des sächsischen Bergbaureviers zu Freiberg als „dy knabschafft“ bezeichnet. 1479 wird die Knappschaft in der Bergordnung für Schneeberg genannt. 1496 gründeten Bergleute im Erzgebirge die Stadt Annaberg und zwei Jahre später eine „Knappschaft“. Die Annaberger Knappschaft errichtete 1521 in der St. Annenkirche im heutigen Annaberg-Buchholz einen Altar, auf dessen Rückseite bergmännisches Leben dargestellt ist und in dessen Mitte sich der Schriftzug „Knappi“ befindet.



Woher kommt der Name Knappschaft?


Im Mittelalter hatte das Wort Knappe verschiedene Bedeutungen. Neben dem Schildknappen, der bei einem Ritter das Waffenhandwerk lernte und danach zum Edelknecht avancierte, wurde es häufig verwendet für jemanden, der seine Lehre erfolgreich abgeschlossen hatte – heute würde man Geselle sagen. So gab es neben Tuchknappen oder Lederknappen eben auch Bergknappen, die ihre Lehre als Bergmann abgeschlossen hatten. Alleine beim Berufsstand der Bergknappen hat sich der Begriff aber geschichtlich durchgesetzt und zur Bezeichnung Knappschaft geführt.

Eine überlieferte Legende gibt einen anderen Hinweis auf den Ursprung des Namens Knappschaft. Es ist die Daniellegende aus dem Erzgebirge. Die Legende besagt: Ein Engel führte den würdigen und vornehmen Bergherrn – der Prophet Daniel wird in der Legende als solcher dargestellt – zu einem Baum, in dessen Zweigen er ein Nest von silbernen Eiern finden soll. Er besteigt auf einer Leiter den Baum, findet aber nichts. Da erscheint der Engel wieder und belehrt ihn, dass auch die Wurzeln Zweige sind. Nun lässt er durch einen jungen Bergmann, der als „Knappius“ bezeichnet wird bzw. dessen Name „Knappius“ war, neben dem Stamm schürfen. Ein reicher Silbergang wird sofort bloßgelegt. Dies bezeichnet die Daniellegende und die Namensgebung.



Die Knappschaft beschreibt sich selber als sozialer Pfadfinder in der Sozialgeschichte unseres Landes. Welche Beispiele gibt es hierfür?

In der Geschichte der Knappschaft liegt die Geburtsstunde der Renten- und Krankenversicherung, der Hinterbliebenenversorgung, der ersten Rentenformel, der Sozialversicherungspflicht, der gemeinsamen Beitragszahlung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie der Begründung der sozialen Selbstverwaltung. Das alles sind Meilensteine auf dem Weg der Entwicklung unseres heutigen modernen Sozialstaates.



Man hört immer, die Knappschaft ist ein Verbundsystem? Was ist das genau?


Als einziger Sozialversicherungsträger in Deutschland deckt der Verbund der KBS drei zentrale Leistungsbereiche unseres sozialen Systems ab: Rentenversicherung, Kranken- und Pflegeversicherung und Gesundheitsversorgung durch ein eigenes Medizinisches Netz – bestehend aus eigenen Krankenhäusern sowie Krankenhausbeteiligungen, Rehabilitationskliniken, einem eigenen Sozialmedizinischen Dienst und Knappschaftsärzten. Kein anderer Sozialversicherungsträger kann seinen Versicherten so umfassend Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen anbieten wie die KBS.



Welchen Vorteil bietet das Verbundsystem?


Während das System der sozialen Sicherung in der Bundesrepublik in den letzten drei Jahrzehnten des 20. und in dem ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts durch eine zunehmende Sektorierung und Gliederung gekennzeichnet ist, versucht die Knappschaft im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes die Versichertenbetreuung zu optimieren und Wirtschaftlichkeitsreserven zu erschließen. Sie geht damit einen alternativen ordnungspolitischen Weg.

Gerade im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts ist jedoch deutlich geworden, dass die Leistungsfähigkeit der gegliederten und sektorierten Sozialversicherungssysteme ihre Grenzen erreicht hat.

Spätestens Mitte des zweiten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts, wenn geburtenstarke Jahrgänge in die leistungsintensiven Altersstufen kommen, wird es insbesondere in der Rentenversicherung, in der Krankenversicherung und vor allem in der Gesundheitsversorgung zu Engpässen kommen, die mit den konventionellen, gegliederten und sektorierten Organisationsstrukturen nicht bewältigt werden können.

Das knappschaftliche Verbundsystem, das heute ein Versichertenklientel betreut, welches rund zwanzig Jahre älter ist als im Durchschnitt der übrigen Sozialversicherung, ist einer der wenigen erfolgversprechenden ordnungspolitischen Ansätze, um den demographischen Wandel zu bewältigen.

Das Verbundsystem dient der Knappschaft heute zur Erprobung und Durchführung neuer innovativer Gesundheitsmodelle und Gesundheitsverfahren in einer alternden Gesellschaft. Ohne die Möglichkeiten des Verbundsystems, in dem die Knappschaft als zweigübergreifender Versicherer und Versorger zugleich auftritt, wären die Erfolge im Bereich der Gesundheitsnetze für eine Integrierte Patientenversorgung nicht möglich gewesen.



Die Knappschaft hat auch Krankenhäuser und Reha-Kliniken.
Stehen die Krankenhäuser und Reha-Kliniken für alle Patienten offen, egal bei welcher Krankenkasse sie versichert sind?

Ja, die Krankenhäuser und Reha-Kliniken der Knappschaft stehen allen offen. In der Tat war es einmal so, dass fast alle Knappschaftskrankenhäuser zunächst nur für Bergleute und ihren Familien zugänglich waren. Aber bereits im 20. Jahrhundert haben sich die Knappschaftskrankenhäuser nach und nach für alle Patientinnen und Patienten geöffnet. Bedingt durch die regionalen Strukturverschiebungen im Bergbau werden heute lediglich noch rund fünf Prozent aller Krankenhausfälle der Knappschaft in eigenen Einrichtungen behandelt. Umgekehrt behandeln große Knappschaftskrankenhäuser wie Bochum-Langendreer oder Dortmund nur noch etwa 15 Prozent Knappschaftsversicherte, über alle Knappschaftskrankenhäuser hinweg sind es gerade noch 30 Prozent. 70 Prozent aller Patientinnen und Patienten in den Knappschaftskrankenhäusern sind also nichtknappschaftliche Patientinnen und Patienten der übrigen gesetzlichen Krankenversicherung oder Privatpatienten, für die die Knappschaft jährlich einen nicht unerheblichen Investitions- und Instandhaltungsaufwand betreibt, um die Häuser auf einem anerkannt hohen medizinisch-technischen Niveau zu halten.



Warum heißt der Träger heute Knappschaft-Bahn-See?


Die Fusion zur Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See hat ihre gesetzliche Grundlage in dem Gesetz zur Organisationsreform in der gesetzlichen Rentenversicherung vom 9. Dezember 2004. Nach den Vorschriften des Gesetzes zur Errichtung der Deutschen Rentenversicherung Bund und der Deutschen Rentenversicherung Knappschafts-Bahn-See wurde die bisherige Bundesknappschaft seit dem 1. Oktober 2005 unter dem Namen „Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS)“ fortgeführt. Zum gleichen Zeitpunkt sind die Bahnversicherungsanstalt und die Seekasse in die KBS eingegliedert worden. Das Vermögen sowie die Rechte der Bahnversicherungsanstalt und der Seekasse gingen als Ganzes auf die KBS über.



Die Knappschaft wird 750 Jahre alt. Wie feiert die Knappschaft dieses Jubiläum?


Die Knappschaft feiert dieses Jubiläum mit einer Reihe von Aktivitäten: mit einer Sonderausausstellung im Deutschen Bergbau-Museum in Bochum, mit Festveranstaltungen und Symposien, mit einem Festgottesdienst am Geburtsort in Goslar, mit einer Sonderbriefmarke und einer Vielzahl von Publikationen und Dokumentationen zur Geschichte der Knappschaft und der Sozialversicherung.

  • Sonderausstellung des Deutschen Bergbau-Museums Bochum
    „Auf breiten Schultern – 750 Jahre Knappschaft“.
  • Eröffnung am 1. Juli 2010 durch Bundespräsident Horst Köhler;
    Ausstellungszeitraum: 2. Juli 2010 bis 20. März 2011
  • Fortsetzung der Ausstellung im Bergbau-Museum Rammelsberg, Goslar
    (in etwas kleinerem Umfang)
    Ausstellungszeitraum: 28. April 2011 bis Oktober 2011
  • Sonderbriefmarke „750 Jahre Knappschaft“.
  • Ersttagsausgabe der Briefmarke: 11. November 2010.
    Sonderpostämter:02./ 03. Juli 2010, Deutsches Bergbau-Museum Bochum
    (Briefmarke Zollverein mit Sonderstempel Ausstellungseröffnung)
    11. November 2010, Bominhaus Bochum
    10. Dezember 2010, Deutsches Bergbau-Museum Bochum
    28. Dezember 2010, Goslar
  • Ökumenischer Festgottesdienst am 28. Dezember 2010 in Goslar
    (in Vorbereitung)
  • Enthüllung eines Gedenksteins zur Gründung der Knappschaft in der Altstadt von Goslar am 28. Dezember 2010.
  • Kolloquium „750 Jahre Knappschaft“ am 20. Januar 2011 in der Kaiserpfalz in Goslar



Warum ist die Hauptverwaltung der Knappschaft in Bochum?


Die Geschichte der Knappschaft ist geprägt durch viele selbständig handelnde Knappschaftsvereine. Über mehr als 600 Jahre waren die Knappschaften dezentral organisiert. Nur zwischen 1923 und 1945 und seit 1969 mit der Gründung der Bundesknappschaft gibt eine zentralisierte Knappschaft.

Die Anfänge der Knappschaft im Ruhrgebiet gehen zurück auf die Revidierte Kleve-Märkische Bergordnung von 1767. Im Jahre 1770 entstand der Märkische Knappschaftsverein für alle preußischen Bereiche des späteren Ruhrgebiets. Der Märkische Knappschaftsverein hatte seinen Sitz in Bochum. Als mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 die säkularisierten Stifte Essen und Werden sowie die Herrschaft Broich (Mülheim) an Preußen fielen, wurde die märkische Knappschaftsordnung auch hier angewandt. 1807 bildete sich der Essen-Werdensche Knappschaftsverein und 1842 der Mülheimer Knappschaftsverein. Im Jahr 1890 fusionierte der Märkische, Essen-Werdensche und Mülheimer Knappschaftsverein zum Allgemeinen Knappschaftsverein zu Bochum mit Sitz in Bochum. Mit der Fusion avancierten die drei Knappschaftsvereine sofort zum größten Knappschaftsverein in Deutschland. Nach der Zentralisierung der Knappschaften mit dem Reichsknappschaftsgesetz 1923 in Berlin und der Dezentralisierung der Knappschaften nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit der Errichtung der Bundesknappschaft 1969 der Sitz der Knappschaft wieder am Sitz des größten deutschen Knappschaftsvereins in Bochum festgelegt.



Wie groß ist die Knappschaft heute im Vergleich zu anderen Sozialversicherungsträgern?


Gemessen am Haushaltsvolumen (rund 42 Mrd. Euro) und Mitarbeiterzahl (rund 22.000 Beschäftigte) zählt die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See heute zu den größten Sozialversicherungsträgern in Deutschland. Die Knappschaft ist mit rund 1,7 Millionen Versicherten die fünftgrößte bundesweit agierende Krankenkasse.

Interessante Links:

www.knappschaft.de