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Sonderbriefmarke
750 Jahre Knappschaft

Die Knappschaft wurde anlässlich ihres Jubiläums mit einer Sonderbriefmarke geehrt. Die Marke erschien am 11. November 2010 mit der Postwertstufe 1,45 Euro.


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Sonderbriefmarke

Sonderbriefmarke „750 Jahre Knappschaft“ (Tag der Erstausgabe: 11. November 2010)

Rechtlicher Hinweis zum Copyright: Motiv: Das Frühstück Fotografie © Chargesheimer/Museum Ludwig, Köln - Grafische Gestaltung: Gerhard Lienemeyer, Offenbach am Main Sonderbriefmarke 750 Jahre Knappschaft (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)

Aus Anlass des 750-jährigen Jubiläums der Knappschaft hat die Deutsche Post AG in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium der Finanzen eine Sonderbriefmarke „750 Jahre Knappschaft“ herausgegeben. Der Nennwert der Sonderbriefmarke beträgt 1,45 Euro.

Die Sonderbriefmarke wurde von dem Graphik-Designer Gerhard Lienemeyer aus Offenbach gestaltet, der sich bereits mit verschiedenen Briefmarkenentwürfen einen Namen gemacht hat. Gerhard Lienemeyers Gestaltung der Sonderbriefmarke „750 Jahre Knappschaft“ basiert auf einem Fotomotiv von Chargesheimer (1924-1971) mit dem Titel „Das Frühstück“. Die Fotografie ist abgedruckt in dem von Chargesheimer 1958 bei Kiepenheuer und Witsch in Köln herausgegebenen Bildband „Im Ruhrgebiet“ mit Texten des Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll. Anders jedoch als im Original wurde die Fotografie für die Gestaltung der Sonderbriefmarke von Gerhard Lienemeyer in der Mitte geteilt.

In den Fotografien des Bildbandes „Im Ruhrgebiet“ zeigt Chargesheimer das Alltagsleben der einfachen Leute aus einer radikal subjektiven Perspektive ohne jede Sentimentalität. Chargesheimer bricht in diesem Bildband mit fotografischen Traditionen und vertrauten Klischees in Bezug auf die Darstellung des Ruhrgebiets, was Ende der 50er Jahre große politische und öffentliche Proteste zur Folge hatte. Zum Zeitpunkt der ersten Kohlekrise 1958 wurde Chargesheimer Bildband als wenig imagefördernd für das Ruhrgebiet empfunden. Chargesheimer zeigt in den in Zusammenarbeit mit Heinrich Böll entstandenen Bildern intensive, unmittelbare Eindrücke vom Leben der Arbeiter und Bergleute, wobei sich die Bilder durch starke hell-dunkel Kontraste und tiefe, matte Schwärzen auszeichnen. Chargesheimer gehört als Fotograf, Bildhauer, Bühnenbildner und Regisseur zu den herausragenden Künstlern seiner Generation.

Rechtlicher Hinweis zum Copyright:
Motiv: Das Frühstück Fotografie © Chargesheimer/Museum Ludwig, Köln
Grafische Gestaltung: Gerhard Lienemeyer, Offenbach am Main


Anlass für die Sonderbriefmarke zur Knappschaft ist der „750. Geburtstag der Knappschaft, die als Modell für die Gründung der gesetzlichen Sozialversicherung diente“, so die Begründung des Bundesministeriums der Finanzen.


Beantragung und Entscheidung zur Briefmarke

Im Juni 2008 hat die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See dem Bundesministerium der Finanzen den Vorschlag für die Herausgabe einer Sondermarke im Jahr 2010 aus Anlass des runden Jubiläums unterbreitet. Dort gibt es einen so genannten „Beirat zur Auswahl von Themen für die Sonderpostwertzeichen“. Dieser so genannte Programmbeirat trifft eine Auswahl aus den eingereichten Vorschlägen und unterbreitet sie dem Bundesfinanzminister, der letztlich über die Anlässe für Sonderbriefmarken entscheidet. Herausgeber von Sondermarken ist nämlich das Bundesministerium der Finanzen, verkauft werden sie durch die Deutsche Post.

Dem Programmbeirat gehören dreizehn Personen an, unter anderem Mitglieder des Deutschen Bundestages, Vertreter des Bundeskanzleramtes, des Bundesministeriums der Finanzen, der Deutschen Post und der Philatelistenverbände. Am 18. November 2008 beriet der Programmbeirat über die Auswahl aus den über 900 eingereichten Vorschlägen für das Jahr 2010. Zu den dem Bundesfinanzminister vom Programmbeirat vorgeschlagenen Anlässen gehört erfreulicher Weise auch die Marke „750 Jahre Knappschaft“. Bundesminister Peer Steinbrück stimmte dem Vorschlag des Programmbeirats zu.


Gestaltung der Sonderbriefmarke

Mitte 2009 wurden sieben Grafiker (von etwa 100 auf Briefmarken spezialisierten Grafikern in Deutschland) durch das Bundesfinanzministerium beauftragt, Entwürfe einzureichen. Ein beim Ministerium angesiedelter so genannter Kunstbeirat, dem zwölf Experten angehören, begutachtete am 8. September 2009 die eingereichten Entwürfe und unterbreitet dem Minister seinen Vorschlag für die Gestaltung der Briefmarke „750 Jahre Knappschaft“. Dem Kunstbeirat kommt es bei seinem Votum besonders auf eine grafisch gestaltete und zugleich den Käufer ansprechende Briefmarke an. Finanzminister Peer Steinbrück entschied sich für das vom Kunstbeirat unterbreitete Motiv. Das grafisch gestaltete Motiv wird üblicherweise erst sechs Wochen vor dem Erscheinungstag bekannt gegeben. Soviel kann schon gesagt werden: Die Briefmarke wird durch ein Foto aus einem Bildband illustriert, der „Im Ruhrgebiet“ heißt und von Heinrich Böll (Text) und Chargesheimer (Bilder) aus dem Jahr 1958 stammt.

Das Erscheinen der Briefmarke ist dabei immer mit einer offiziellen Übergabe im öffentlichen Rahmen verbunden. Als Erscheinungsdatum ist der 11. November 2010 vorgesehen, da das Datum des „offiziellen Geburtstag“ erst sehr spät liegt, nämlich am 28. Dezember.


Postwert 1,45 Euro

Die Portostufe der Sonderbriefmarke wurde durch die Deutsche Post auf 1,45 Euro festgelegt. Das entspricht dem Porto eines Großbriefes mit einem Höchstgewicht von 500 g. Die Briefmarke für den Großbrief hat eine ähnlich hohe Auflage, wie die der Standardbriefe mit 0,55 Euro.


Sonderpostamt am 11. November 2010 in Bochum

Am 11. November 2010 richtete die Deutsche Post in der Hauptverwaltung der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, Knappschaftstraße 1, 44799 Bochum ein Sonderpostamt ein. Bei diesem Sonderpostamt konnten sich alle Bürgerinnen und Bürger den Ersttagsstempel zu der Briefmarke „750 Jahre Knappschaft“ besorgen.


Briefmarken – na und?

Welche Bedeutung haben Briefmarken in unserem Zeitalter, der Zeit, in der Freistempler in Druck- und Poststraßen, Telefon, Fax, e-Mails und SMS die Kommunikation beschleunigen und weitgehend bestimmen, denn überhaupt noch? Jedes Jahr werden etwa drei Milliarden Briefmarken gedruckt und durch die Deutsche Post verkauft. Die große Anzahl der verkauften Briefmarken macht die Bedeutung für den Transport von Informationen und Unterlagen national wie international deutlich, die Briefmarken auch heute - unter veränderten Bedingungen der Massenkommunikation - immer noch haben. Es zeigt zudem, dass Briefmarken für den Transport anhaltend effektiv und zugleich effizient sind, sowohl für den privaten wie auch für den geschäftlichen Versand sind.

Für Sammler haben Briefmarken ohnehin einen besonderen Wert, insbesondere wenn sie in einem bestimmten Zusammenhang stehen oder besondere Sonderstempel aufweisen. Die große Anzahl von Briefmarkenvereinen und auch die einschlägigen Tauschbörsen zeugen hiervon.

Interessante Links:

www.knappschaft.de